T – 1: Neun Worte [1]

Kurze Welten Enden,
lang der Kreis der alles hält.


Myatu, ein Dorf in den Bergen. Nicht viele fanden ihren Weg zu diesen weit entfernten Wipfeln. Nicht nur einmal wäre Ik’utam gerne mit einem der wenigen Wanderer und Forscher mitgegangen, doch ihre Mutter war stets dagegen gewesen. Schließlich hörte man nicht viel Gutes von den entfernten Landen, von denen die weit gereisten Seelen manchmal berichten. Nicht ohne Grund mag es sie weit weg von dort geführt haben. Weit weg von der ihnen bekannten Welt.

Doch oft haben sie wundersame Dinge bei sich, Werkzeuge die ihrem Volk unbekannt waren oder gar mächtig und angsteinflößend wirken. Für die Forscher und Reisenden scheinen diese jedoch völlig normal zu sein. Mit manchen können sie über weite Entfernungen kommunizieren, fast schon magisch scheint es. Doch es scheint keine Magie zu sein, da es keineswegs so wirkt. Es fühlt sich auch nicht so an, obwohl es Ik’utam schon fasziniert, musste sie zugeben. Doch manches machte ihr Angst oder bereitete ihr Unbehagen, gar Kopfschmerzen. Die anderen scheinen davon nichts zu merken, doch sie weiß genau, dass es irgendwas mit diesen Dingen zu tun haben muss. Bevor diese Forscher kamen war es anders. Auch wenn ihre Mutter immer wieder meinte, dass es nur ihr Alter sei. Ik’utam wusste dies zu unterscheiden.

Eines Nachts hörte sie, wie einer der Männer im Dorf sich heimlich mit einem der Reisenden unterhielt. Sie sprachen nicht in ihrer Sprache, so konnte sie nicht wirklich verstehen worum es ging. Sie wusste nur, dass es ihr unangenehm war ihnen zuzuhören. Es war weniger das Gefühl, dass es nicht richtig schien andere zu belauschen, mehr als wäre es nicht gut worüber die Männer sprachen.

Mit dem Wind der aufkam, verzogen sich der Männer. Der eine ging ins Haus und der andere ins Zelt. Es musste Suk’ral gewesen sein, der dort sprach, aber ganz sicher war sie sich nicht. Wenn es nicht er gewesen war, kann es eigentlich nur sein Bruder Li’ril gewesen sein. Auch wenn sie beide auf wundersameweise auf einmal auf die Welt gekommen waren und auch noch gleich aussahen, hatten sie doch recht unterschiedliche Persönlichkeiten. Li’ril, nach dem kleinen Vogel benannt, der oft an den Pflanzen trinkt, war eigentlich eher mehr zurückgezogen. Man sah ihn nicht oft draußen, im Gegensatz zu seinem Bruder, benannt nach der Lieblingspflanze des Li’ril Vogels. Womöglich dachten die Eltern, dass sie dadurch noch näher miteinander verbunden wären. Dachten sie doch stets, dass es ein Wunder war, dass sie gleich zwei Söhne aufeinmal bekommen hatten. Und dann auch noch so gleich. Auch wenn wohl die Mutter es anders sah, wie es schien. Im Dorf waren es stets die Wunderkinder.

Ik’utam hatte nie wirklich verstanden warum allen das so wichtig schien oder dies dachten, auch wenn sie zugeben musste, dass es schon sonderbar war. Zwei Menschen, und doch sehen sie aus wie ein und derselbe.

Als sie einmal einen der Wanderer fragte, ob es da wo er herkommt auch Menschen gibt, die gleich aussehen, meinte dieser nun lachend: “Da wo ich herkomme, sehen die Leute manchmal sogar gleicher aus als gleich.”

Sie verstand nicht wirklich was er meinte und leider konnte sie auch nicht wirklich viel im Allgemeinen verstehen. Schließlich verständigten sie sich meist mehr mit Bildern, Formen und Gesten als Worten. So hatte sie sich die Worte mehr zusammengereimt, als wirklich so verstanden. Trotzdem irgendwie komisch, dachte sie, gleicher als gleich…

Schließlich ging sie schlafen, der Wind stürmte ein wenig umher vor ihrem “window”, wie ein Wanderer meinte. Ein Vogel heulte in der Ferne, dann vielen ihre Augen zu.

Schweißgebatet wachte sie auf. Ein lauter Hall dröhnte durch die Nacht, Stimmen, viele hohe und schrille Töne, Lachen, Rufen, jaulende und brummende Dinge. Es dauerte seine Zeit, bis sie wieder wusste wo sie sich befand. Um ehrlich zu sein, wusste sie es eigentlich auch schon vorher nicht so recht, doch nun wusste sie erst recht nicht mehr. Doch sie wusste zumindest wieder, dass sie sich tags zuvor im selber Bett schlafengelegt hatte. Dann eine laute Melodie die aus einer Tasche zu kommen schien. Es war eines dieser Sprechgeräte. Dieses musste wohl ihres sein. Warum konnte sie sich nicht mehr erinnern was passiert ist? Und überhaupt, was all dies hier war, wo sie sich befand.

Es klopfte an die Tür. Als sie sich nicht rührte, klopfte es erneut, etwas fester dieses mal.

“Svere! Ich weiß dass du hier bist. Mach auf!”

Wer war denn nun auch noch diese Svere oder dieser?

Als sie sich etwas im Raum umsah, bemerkte sie in einer Ecke eine Hand, die hinter einer großen Kiste hervorragte. Das musste dann wohl Svere sein. Der Mann an der Tür fing an irgendwelche Worte zu rufen und hämmerte weiter an die Tür. Währenddessen ging Ik’utam zu der Kiste und fand einen Mann mit offenen Augen, reglos, mit einem länglichen Gegenstand im Arm steckend. Vermutlich eine Spritze? Zumindest sah es so ähnlich aus, wie das was die Forscher… die Forscher…

Der Mann an der Tür gab endlich nach mit dem wilden Klopfen und schien sich wütend davonzumachen. Wird wohl auch besser so gewesen sein, auch wenn es ziemlich unwirklich schien, dass er einfach so ging. Mal ganz von dem Rest abgesehen. ‘Schöne Scheiße!’, dachte sie.

Während sie bemerkte, wie ihre Hände zitterten, wohl schon die ganze Zeit, genau wie ihre Beine. Da bemerkte sie, dass irgendwas warmes an ihrem Bein herunterlief. Blut und Wasser, das fehlte gerade noch. Erst jetzt viel ihr auf, dass sie ja eigentlich nur eine kurze Hose und ein offenes Hemd anhatte. Wie es schien, war dies wohl nicht ihr eigenes. Was ist ihr noch alles entgangen?

Und wo zur Hölle ist sie da nur wieder reingeraten?

Der Traum aus dem sie so abrupt herausgerissen wurde, schien so weit weg, fast schon vergessen.

Myata… Myata… irgendwas sagte ihr dieses Wort.

Myata… Myata, Frieden. Myatu, da wo der Friede weilt.

Forzsetung folgt…(?)


[English Version]

T – 1: Nine words [1]

Short world endings,
long the circle holding all together.


Myatu, a village in the mountains. Not many found themselves on these far away mountain tops. For Ik’utam it wasn’t just one time, when she wished she could have gone with some of the few travellers and explorers, but her mother always was against it. Since it wasn’t much good what they heard about these distant lands, from the things the far travelled souls were telling them. It must not have been without reason that they went far away from wherever they came. Far away from the to them known world.

Although they often have wondrous things with them, tools which weren’t known to her people or even felt majestic and scary. It did seem completely normal for the explorers and travellers thou. Some of these could be used to communicate over long distances, almost magical it seemed. But it didn’t couldn’t be magic, since it didn’t look like it. It also didn’t feel like it, although Ik’utam had to admit that it fascinated her. Still some of it made her anxious or gave her the chills, even headaches. The others didn’t seem to notice any of it, but she knows for sure, that it had something to do with these things. It was different from now, before the the explorers appeared. Even though her mother meant it was just her age, Ik’utam knew those things to differ.

One night she heard how one of the men of the village was talking secretly with one of the travellers. They spoke in a different language, so she couldn’t really understand what they were talking about. She just knew, it was uncomfortable to listen to them. It was less the feeling she was doing something wrong by lurking, more like it wasn’t good what these men were talking about.

Along with the upcoming wind, the men separated. One walked into his house, the other into the tent. It must have been Suk’ral who was speaking there, but she wasn’t completely sure about it. If it wouldn’t have been him, then it could only be his brother Li’ril. Eventhough they were both for some wonderous reason born at the same time and even look alike, their personalities differ a lot. Li’ril, named for the little bird, the one who often drinks from the plants, he was the more reserved tpye. He wasn’t often seen outside, unlike his brother, who was named like the favourite flower of the Li’ril birds. Maybe the parents thought this way they would be connected even more. Since they still believe it must have been a miracle to have two suns at the same time. Even this similar, one like the other. Although the mother probably thought otherwise as it seemed. In the village they still were the wonder children.

Ik’utam never really understood why it mattered so much to everyone or why they thought this way, but to be honest, it was indeed strange. Two humans, and yet they look like one and the same.

When she once asked a wanderer whether there are such humans as well, where he came from, he just laughed and said: “Where I come from, people sometimes look more equal than equal.”

She didn’t really understand what it meant and to her disappointment also couldn’t really understand much in general. Since they usually were more communicating through images, forms and geastures than words. This way she mostly had to work out the meaning for herself, instead of simply listening and knowing. Nonetheless it was weird, she thought, more equal than equal…

Finally she went to bed, while the wind was a little stormy outside her “Fenster”, as one of the wanderer called it. A bird howled in the distant, then her eyes closed.

She woke up covered in sweat. A loud resonance humed through the night, voices, many high and brassy tones, laughter, shouting, howling and humming things. It took her some time until she realized where she was. Yet she actually didn’t know for a long time now where she really was, but now she completely lost the point. At least she remembered herself going to bed here the day before. Then there was a loud melody coming out of one of the bags, as it seemed. It was one of the speech devices. This one must have been hers. Why couldn’t she remember what happened? And besides that, what all of this was and where she got herself into.

It knocked on the door. Because she didn’t make a move, it knocked again, a little strong this time.

“Svere! I know you are here. Open up!”

And now who even was this Svere again? Was it his or her room?

When she looked around in the room she noticed a hand in one of the corners, behind a big chest. Then this must be this Svere. The man on the door began to shout some words and continued beating against the door. Meanwhile Ik’utam went over to the chest and found a man with wide open eyes, motionless, while a thin long object was stuck in one of his arms. Maybe a syringe? At least it looked like one of those the explorers… the explorers…

The man at the door finally gave up on all that wild knocking and has turned away with an angry temper. Probably for the better, even though it seemed somewhat unreal, that he would just be gone like that. Besides all the other damn stuff. ‘Just GREAT!’, she thought.

Alongside with it she noticed her hands were trembling, probably the whole time, as well as her legs. Then she also noticed something warm running down her leg. Blood and water, that was the last thing she would have needed now. Only then she realized she only was wearing shorts and an open shirt. As it seemed this wasn’t her own. What else did she miss?

And where the hell did she get herself into?

The dream from which she was taken away abruptly already seemed so far awy, almost forgotten.

Myata… Myata… something about this word was familiar.

Myata… Myata, peace. Myatu, there where peace dwells.

To be continued…(?)




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