Anton Barsch [8]

Die Geschichte von Anton Barsch

The story of Anton Barsch


Kapitel 7 | Chapter 7

Die Abreise

The departure


[German Version]

Ich konnte mich nicht bewegen und der Durchgeknallte kam immer näher, es war ausweglos. Es kam mir wir eine Ewigkeit vor, doch er kam immer näher und näher und ich konnte mich nicht rühren.

Dann stand er vor mir und sprach mit gebrochenem Deutsch: „Musst aufpassen, alleine in Wald man schnell verschwunden ist, Räuber, Banditen kommen und überfallen dich!“

Ich war wie erstarrt und konnte jeden Moment umkippen, denn ich hatte gedacht er würde mich umbringen. Doch er war irgendwie ganz anders als man ihn mir beschrieben hatte, er war nicht verrückt – nur nicht Deutscher.

„Ha … hallo“, stotterte ich ängstlich. „Ich habe nach ihnen … ihnen gesucht und … und wollte sie etwas fra … fra … fragen.“

Er sah mich lächelnd an und meinte ich sollte mich beruhigen.

Da wurde es mir klar, dass er Franzose sein musste. Ich fragte ihn danach und erklärte ihm was ich genau von ihm wollte.

Nämlich ihn mitnehmen zu Verwandten. Er antwortete nicht gleich, ich verstand auch wieso. Denn Frankreich und das Deutsche Reich waren im Krieg – und er ist Franzose! Doch dann bestätigte er meine Vermutung und sagte nach kurzer Überlegung, dass er mitkommen würde, wenn ich ihn nicht verrate. Er erklärte, dass er noch seine Sieben Sachen zusammenpacken würde und ich könnte schon mal vorausgehen. Was das mit dem verrückt sein betraf, er war Dichter und die reden eben manchmal verworrenes Zeug.

Ich war froh. Aber dann, ich war gerade einige Meter gelaufen, kam Vater mir entgegen. Er fragte wie es gelaufen ist und er erwiderte auf meine Antwort, dass wir nochmal zu ihm gehen sollten, um weiteres zu klären.

Ob das eine gute Idee war? Denn der Franzose, der übrigens wie ich bei unserer Unterhaltung erfahren habe Pierre heißt – kennt Vater ja noch gar nicht! Dies sagte ich ihm auch, also dass der Mann ihn nicht kennt, doch es war ihm wahrscheinlich egal. Als wir ankamen berichtigten sich meine Gedanken erneut. Pierre wurde wütend auf mich, denn er dachte wohl ich hätte verraten, dass er Franzose ist, aber Vater wollte ja nicht hören!

Ich versuchte Pierre zu folgen, doch er war zu schnell für mich.

Also blieb ich stehen und sah ihm nach, wie er in den Baumreihen verschwand.

, Armer Pierre ‘, dachte ich etwas angespannt.

Heute sollte doch die Abreise sein, aber was sollten sie jetzt machen. Der Franzose war abgehauen, ich hoffte bloß, dass er wieder zurückkam. So gingen wir mit gemischten Gefühlen zu Theos Hütte zurück.

Theo und Mutter bedauerten ebenfalls das Pierre fortgelaufen war. Ich beschloss nochmal nach ihm zu suchen bevor wir abreisen würden. Zur Sicherheit hatte ich einen Knüppel dabei, denn wie es Pierre schon gesagt hatte weiß man nie wer sich im Dunkeln alles so herumtreibt. Mutter hatte mir noch ein Viertel Brot zusammen mit einer Flasche Wasser mitgegeben. Pierre hatte bestimmt Hunger und Durst, doch es sollte auch eine Art Entschuldigungsgeschenk sein. Vater hat aber darauf bestanden, dass ich nicht alleine zu ihm gehe, schließlich hatten wir uns darauf geeinigt, dass er etwas weiter hinter mir her geht.

So kann Pierre ihn im Dunkeln nicht erkennen und Vater könnte mich trotzdem beschützen.

Wie schon gesagt brach die Dämmerung ein, dann gingen wir los. Mir wurde es kalt, denn ich hatte nur einen dünnen Pullover an, aber jetzt wollte ich auch nicht mehr umdrehen.

Denn immerhin wollten wir eigentlich schon losfahren, doch Pierre sollte ja auch mit uns kommen. Vielleicht könnte er uns auch eines seiner Gedichte auf der Fahrt vortragen.

Plötzlich tauchte wie aus dem nichts ein Schatten nicht weit vor mir auf. Ich hoffte Vater würde ruhig bleiben, denn es war Pierre der, als er mich erblickt hatte auf mich zugelaufen kam.

Ich hatte ihn an seiner Kleidung erkannt die etwas bläulich schimmert. Er nahm mich in den Arm und drückte mich.

Dann sah er das Brot und die Flasche voll mit Wasser.

Klares reines Gebirgswasser. Daraufhin sah er mich etwas verwundert an und flüsterte: „Ist die Brot und die Wasser für mich?“

„Ja Pierre, aber bitte lauf nicht gleich wieder weg.”

Denn der Mann vor dem du heute Nachmittag weggelaufen bist war mein Vater und er wollte mir heute Abend unbedingt folgen damit mir nichts passiert.“

Pierre begann allmählich zu verstehen.

„Ihr braucht nicht Brot und Wasser verschenken das selber ihr braucht. Natürlich komm ich mit dir Anton.“

Mir ging es wieder besser und nun kam auch Vater zu uns.

Fröhlich liefen wir nach hause wo die anderen schon alles zusammengepackt hatten. Bevor es dann richtig los ging wurde erst noch gegessen. Eine magere Suppe aus ein paar Karotten und Kartoffeln, dazu das Brot und das gute Quellwasser.

Das Essen hier war um Längen besser auch wenn es eigentlich bis auf das klare Wasser keinen Unterschied gab, weil der Unterschied darin bestand dass wir jetzt so was wie einen große Familie hatten. Nicht das trostlose Essen wie in der Stadt wo nur ich und meine Mutter zusammen saßen und etwas gegessen hatten. Das hier war anders, es war mir warm ums Herz.

Alles würde gut gehen, so schien es mir.

Als alle mehr oder weniger satt waren räumten wir noch auf und packten noch ein wenig Geschirr und ein paar Decken auf die Wägen damit niemand erfriert bei dieser Bärenkälte.

Und los ging die Reise in eine unbekannte Zukunft.

Zwei Wägen mit jeweils zwei Ochsen fuhren durch eine kalte Herbstnacht. Ich war so aufgeregt, dass ich erst gar nicht einschlafen konnte bis mich der Schlaf endlich einholte und mich ins Traumland schickte.

Seiten: 22 – 24 | Kapitel 7


[English Version]

I couldn’t move and the crazy man came closer and closer, it was hopeless. It seemed like an eternity, but he came closer and closer and I could not move.

Then he stood in front of me and spoke with broken German: “You have to be careful, alone in forest you quickly disappear, robbers, bandits come and attack you!

I was frozen and could fall over at any moment, because I thought he would kill me. But somehow he was completely different from what I had been told, he was not crazy – just not German.

“Ha … hello”, I stuttered anxiously. “I have been looking for you … you and … and wanted to ask you so … some … something.”

He looked at me smiling and told me to calm down.

Then I realized that he must be French. I asked him and explained exactly what I wanted from him.

I wanted him to go with me to relatives. He did not answer immediately, I understood why. Because France and the German Reich were at war – and he is French! But then he confirmed my suspicion and said after a short consideration that he would come with me if I did not betray him. He explained that he would pack his seven things and I could go ahead. As for being crazy, he was a poet and they talk confusing stuff sometimes.

I was glad. But then, I had just walked a few meters, father came towards me. He asked me how it went and he replied to my answer that we should go back to him to sort things out.

Was this a good idea? Because the Frenchman, whose name is Pierre, by the way, as I learned during our conversation – doesn’t even know father yet! I told him that as well, that the man doesn’t know him, but he probably didn’t care. When we arrived, my thoughts got confirmed again. Pierre got angry with me, because he thought I had told him that he was French, but father wouldn’t listen!

I tried to follow Pierre, but he was too fast for me.

So I stopped and watched him disappear into the rows of trees.

“Poor Pierre”, I thought, a little tense.

Today was supposed to be the departure, but what should they do now. The Frenchman had left, I only hoped that he would come back. So we went back to Theo’s hut with mixed feelings.

Theo and mother also regretted that Pierre had run away. I decided to look for him again before we left. To be on the safe side, I had a cudgel with me, because as Pierre had already said, you never know who is running around in the dark. Mother had given me a quarter of bread together with a bottle of water. Pierre was probably hungry and thirsty, but it was also supposed to be a kind of apology gift. But father insisted that I didn’t go to him alone, after all we had agreed that he would go a little further behind me.

So Pierre can’t recognize him in the dark and father could still protect me.

As I said before, twilight fell, then we set off. I was getting cold, because I only had a thin sweater on, but now I didn’t want to turn around either.

After all, we actually wanted to leave already, but Pierre was supposed to come with us. Maybe he could recite one of his poems to us on the way.

Suddenly a shadow appeared not far in front of me as if from nowhere. I hoped father would remain calm, because it was Pierre who, when he saw me, came running towards me.

I had recognized him by his clothes that shimmered a little bluish. He took me in his arms and squeezed me.

Then he saw the bread and the bottle full of water.

Clear, pure mountain water. Then he looked at me in astonishment and whispered: “Is the bread and the water for me?”

“Yes, Pierre, but please don’t run away again.”

Because the man you ran away from this afternoon was my father, and he insisted on following me tonight so nothing would happen to me.”

Pierre began to understand.

“You don’t need to give away bread and water that even you need. Of course I’ll come with you Anton.”

I felt better again and now father came to us.

Happily we walked home where the others had already packed everything. Before it really started we had a meal first. A lean soup of a few carrots and potatoes, plus the bread and good spring water.

The food here was much better, even though there was no difference except for the clear water, because the difference was that we now had something like one big family. Not the dreary food like in the city where only me and my mother sat together and ate something. This one was different, it was warm to my heart.

Everything would go well, it seemed to me.

When everyone was more or less full we cleaned up and put some dishes and some blankets on the carts so that nobody would freeze to death in this bear cold.

And off we went on a journey into an unknown future.

Two carts with two oxen each, drove through a cold autumn night. I was so excited that I couldn’t fall asleep at all until sleep finally caught up with me and sent me into dreamland.

Pages: 22 – 24 | Chapter 7


Comment:

It is pretty interesting how this hole story is written as if I was a little child, while on the other hand there deep messages here and there. So the silly, childish way of writing (at least in the german original), was probably mostly “wanted” and therefor no accident or poor writing, at least for the most part. While on the other hand there was also an actual child writing there, trying to process the world, trauma and basically everything.

I think it might have been then, when I had figured out how things in the world work and what was wrong. And that I wanted to write a book because of that. But I failed as always, since that is my life.

And the next post will be the last one because I didn’t write further after that. Probably because soon after I lost motivation again and I know, one year later my depression got stronger again.

It is interesting that the first time I had a major change in my life was with 7-8 and I figured out the world. Then I forgot some things again. And then with another major change with 13-14 I figured things fully out again only to break down with 16 again and forget about things. Basically ignoring them and dying inside at last.

Only to wake up again with 20-21 and then completely freaking out.

If you put it into maths you get 7 + 14 = 21 = 7 + 7 + 7.

And now I am here 22 and completely dive into human existance, life questions, history, present, future and basically anything and everything.

And I am not sure for how long I will do this (meaning, how long I will survive), but yeah… so far I am doing it. See this freaking weirdo run….


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