Anton Barsch [3]

Die Geschichte von Anton Barsch

The story of Anton Barsch


Kapitel 3 | Chapter 3

Was ist damals eigentlich geschehen?!

What actually happened back then?!


[German Version]

Als es dunkelte, machte ich mich mit meiner Mutter auf den Weg. Im Kopf wiederholte ich nochmals die Wegbeschreibung, die Kurt mir am Nachmittag erklärt hatte. So fand ich den Treffpunkt recht schnell, Kurt wartete schon auf uns.

Er war aufgeregt und zupfte an seinem Mantel herum. Seine Hände zitterten und er schwitzte, in seinen Augen sah ich Furcht und Verzweiflung. Es nahm ihm fast die Fassung, dass er wie ich vermutete, an das dachte was uns alle beschäftigte – Was passiert nach dem Tod? Denn manche Prediger klagen alle Leute an, dass sie nicht in den Himmel kämen, wenn sie nicht das taten was in der Bibel steht. Wieder andere versprechen, dass jeder in den Himmel kommen kann, solange er nur an Gott und Jesus Christus glaubte, seine Sünden bereut und sich für andere einsetzt. Ich finde das Gott jedem den Himmel herrichtet, doch viele Menschen wollen nichts davon wissen oder nicht an Gott glauben. Aber ich weiss, dass er auf uns schaut und er würde uns helfen wenn wir ihn immer ließen oder begreifen würden was er damit erreichen will was uns zugestoßen ist.

Während ich über all diese Dinge nachdachte, liefen wir durch viele verschiedenen Straßen und Gassen bis es mir so vorkam, dass es irgendwo in der Ferne donnerte. Doch trotz der Dunkelheit konnte ich erkennen, dass keine Wolken zu sehen waren.

„Kurt, wo kommt denn auf einmal dieser Lärm her. Es hört sich nämlich wie Donner an, aber ich sehe keine einzige Wolke?“, wunderte ich mich und bekam große Angst.

Er schaute mich entrüstet an und öffnete leicht den Mund: „Wir müssen uns beeilen, denn was du als Donner zu hören bekommst ist das Schießen der Soldaten, mit den Geschossen und ihren Gewehren!“

So erhöhten wir unsere Geschwindigkeit und schließlich rannte ich. Mutter und Kurt folgten meinem Beispiel, doch waren sie nicht so schnell wie ich. Also wartete ich auf sie und rannte dann wieder vorne draus.

Die Straßen schienen endlos und der Kriegslärm wurde immer lauter. Währenddessen schlossen sich uns immer mehr Menschen an, die von dem lauten Schießen und Krachen geweckt wurden. Sie verfielen bald in Panik, denn auch sie bemerkten wohl das Näherkommen des Getöses.

Mutter fing an zu weinen und schluchzte: „Aus der Stadt kommen ist das eine, doch wenn wir dann den Feinden direkt in die Arme laufen wäre alles umsonst. Was ist jetzt eigentlich dein Plan wie wir hier wegkommen, Kurt, du hast doch einen, oder?“ Plötzlich hörte der Lärm auf, wenn mich meine Ohren nicht getäuscht hatten.

Es war als ob alles auf Kurts Antwort wartete, selbst die Leute wurden leiser, wie es schien.

„Ja schon, nur … wir sollten erst mal hier weg! Dann können wir nach einem Zufluchtsort für uns suchen.“ Kurt war etwas durcheinander. Meine Hände zitterten auch ein bisschen und im Kopf schwirrten mir ganz viele Gedanken auf einmal herum.

„Wisst ihr, ich habe euch beide sehr gern und wenn wir hier je lebend heraus kommen, würde ich deine Mutter heiraten. Natürlich nur, wenn … du damit einverstanden bist.“

„Liebend gern!“, wollte ich sagen, doch da flog über unseren Köpfen ein Geschoss durch die Luft. Der Ton des Geschosses war angsteinflößend und hörte sich so an als sauge es die Luft auf. Mir wurde kalt und dann heiß, so etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen, was auch gut so war. Doch ich zweifelte daran, dass ich hier lebend raus käme.

Leben oder Tod, das ist hier die Frage!

Der ohrenbetäubende Knall des aufprallenden Flugkörpers war überall zu hören. Denn ich merkte wie die Straße in der wir uns befanden noch voller wurde. So viele Dinge gingen mir nun durch den Kopf, unteranderem auch der Tod meines Vaters. An seinen Tod glaubte ich noch immer nicht, doch ich wollte wissen was eigentlich nun mit ihm passiert war. So sprach ich Mutter darauf an, doch ihr Blick war nicht ganz auf dieser Welt. Sie sah so aus als müsse sie gleich sterben, aber so wollte und konnte ich jetzt nicht denken.

Dann fragte ich schluchzend Kurt: „Weißt du vielleicht was über Vaters Tod?“

Er runzelte verlegen die Stirn und sah mich bedauernd an: „Ich weiss nur das Eine, dein Vater war an der Front und somit leichte Beute für die Feinde. Aber Wunder, wie es manche nennen, gibt es immer und zu jeder Zeit. Meine Meinung zu Wundern ist, dass es nicht Glück oder Zufall sind die da helfen, sondern Gottes Güte.“

Ich war ebenfalls seiner Meinung und fand es toll endlich wieder jemanden zu haben, der einen versteht. Nachdem ich darüber nachgedacht hatte wie es wohl wäre ihn als neuen Vater zu haben, wenn Vater wirklich nicht mehr lebte, sah ich das Ende der Stadt. , Frei, frei, so wie früher ‘, dachte ich glücklich und schielte zu meiner Mutter. Sie schaute nun nicht mehr so verbittert wie vorhin, doch waren noch viele nicht geheulte Tränen in ihren Augen zu erkennen. Mir war das Leben schon schwer genug oder zumindest das meiner Mutter.

Schreiend und kreischend folgten uns die anderen Stadtbewohner. Als wir hofften nun sei alles überstanden und wir könnten fliehen, kam ein Reiter auf uns zu. Es war ein Soldat wie wir bald feststellten. Ein Offizier, um genau zu sein.

„Was ist das denn hier für ein Aufstand! So merkt doch jeder Trottel was hier vor sich geht. Wenn ihr nicht auf mich hört, dann seid ihr höchstwahrscheinlich bald alle hinüber!“, schrie er der kreischenden Meute mit ernstem Ton zu.

Seiten: 8 – 10 | Kapitel 3


[English Version]

When it got dark, I set off with my mother. In my mind I repeated the directions Kurt had given me in the afternoon. So I found the meeting place quite quickly, Kurt was already waiting for us.

He was tense and tugged at his coat. His hands were shaking and he was sweating, in his eyes I saw fear and despair. It almost took his breath away that he was thinking, as I suspected, of what was on all our minds – what happens after death? For some preachers accuse all people of not going to heaven if they did not do what the Bible says. Still others promise that anyone can go to heaven as long as they believe in God and Jesus Christ, repent of their sins, and work for others. I find that God prepares heaven for everyone, but many people don’t want to know about it or don’t want to believe in God. But I know that he looks at us and he would help us if we always let him or would understand what he wants to achieve with what happened to us.

While I was thinking about all these things, we walked through many different streets and alleys until it seemed to me that somewhere in the distance there was thunder. But despite the darkness I could see that there were no clouds to be seen.

“Kurt, where does this noise suddenly come from? It sounds like thunder, but I don’t see a single cloud.”, I wondered and became very frightened.

He looked at me in indignation and opened his mouth slightly: “We must hurry, because what you hear as thunder is the shooting of the soldiers, with their bullets and their rifles!

So we increased our speed and finally I ran. Mother and Kurt followed my example, but they were not as fast as me. So I waited for them and then ran out front again.

The streets seemed endless and the noise of the war became louder and louder. Meanwhile, more and more people joined us, woken up by the loud shooting and crashing. They soon panicked, because they noticed the approach of the noise as well.

Mother began to cry and sobbed: “Coming out of the city is one thing, but if we then run straight into the enemy’s arms, it would all be in vain. Now what’s your plan for getting us out of here, Kurt, you have one, don’t you?” Suddenly the noise stopped, if my ears hadn’t deceived me.

It was as if everything was waiting for Kurt’s answer, even the people became quieter, it seemed.

“Well, yes, but… we should get out of here first! Then we can look for a place of refuge for ourselves.” Kurt was a little confused. My hands were shaking a little and my head was full of thoughts at once.

“You know, I love you both very much and if we ever get out of here alive, I would marry your mother. if… you’d agree, of course.”

“I’d love to!”, I wanted to say, but a missile flew through the air above our heads. The sound of the missile was frightening and sounded like it was sucking up air. I got cold and then hot, something I had never seen before, which was a good thing. But I doubted that I would get out of here alive.

Life or death, that is the question here!

The deafening bang of the impacting missile could be heard everywhere. Since I noticed how the street we were on was getting even fuller. So many things went through my mind now, including the death of my father. I still did not believe in his death, but I wanted to know what had actually happened to him. So I asked my mother, but her gaze was not quite on this world. She looked as if she had to die right away, but I could not and would not think like that now.

Then I sobbed and asked Kurt: “Do you know anything about father’s death?

He frowned embarrassed and looked at me regretfully: “I know only one thing, your father was at the front and therefore easy prey for the enemy. But miracles, as some call them, are always and at all times there. My opinion about miracles is that it is not luck or coincidence that helps, but God’s goodness.

I was also of his opinion and thought it was great to finally have someone again who has a similar understanding. After thinking about what it would be like to have him as a new father, when father really wasn’t alive anymore, I saw the end of the city. ‘Free, free, like before’, I thought happily and squinted at my mother. She didn’t look as bitter as before, but there were still many tears in her eyes that hadn’t been cried. My life was already hard enough, or at least that of my mother.

Screaming and shrieking the other city dwellers followed us. When we hoped that everything was over and we could flee, a rider approached us. It was a soldier as we soon realized. An officer, to be exact.

“What kind of uprising is this here! So every fool notices what is going on here. If you don’t listen to me, you’ll probably all be dead soon”, he shouted with a serious tone to the screaming crowd.

Pages: 8 – 10 | Chapter 3


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