Anton Barsch [1]

Die Geschichte von Anton Barsch

The story of Anton Barsch


Kapitel 1 | Chapter 1

INTRO


[German Version]

Es war ein kühler Abend und Schnee fiel vom Himmel, der Winter hatte begonnen. Ich hatte nur einen langen Mantel an und eine schäbige alte Mütze.

Wenn doch bloß noch mein Vater hier wäre, der könnte mir jetzt helfen. Er würde die zwei Raufbolde mit einem Schlag bewusstlos hauen und sie zum Richter bringen, doch ein Soldat kam zu uns und sagte, dass er im Krieg gefallen sei. Wenn ich mich doch nur damit abfinden könnte, aber es geht einfach nicht und ich glaube, dass er noch lebt. Doch wo war er denn nur! Dieser blöde Krieg und Mama muss in einer dieser stinkenden und Müll produzierenden Fabriken arbeiten. Wen könnte ich denn nur um Hilfe bitten? Die zwei Bösewichte kamen immer näher, doch da entdeckte ich eine kleine Seitengasse und flitzte hinein. Sie war dunkel und muffig und plötzlich tauchte wie aus dem nichts eine Mauer auf. Mist das hat mir gerade noch gefehlt, eine Sackgasse.

Vor der Mauer waren einige Kisten und Kartons aufgestapelt und ich dachte mir ich könnte ja auf sie drauf klettern und so auf die Mauer kommen. So machte ich es und konnte den beiden Halunken um ein Haar entkommen. Die Kisten hatte ich natürlich umgestoßen damit die beiden mir nicht folgten. So nun konnte ich über das flache Dach eines Geräteschuppens, der hinter der Mauer stand fliehen. Die zwei bösen Gestalten blieben auf der anderen Seite der Mauer stehen und riefen mir wütend Schimpfworte hinterher.

Mit einem Satz sprang ich vom Dach des Schuppens und landete sanft auf dem Boden. Schnell rannte ich weiter, denn es könnte ja sein sie folgen mir immer noch. Nach einer Weile drehte ich mich wieder um, doch ich sah niemanden.

Hatte ich es also geschafft ihnen zu entkommen. Das man einen aber auch gleich durch die halbe Stadt jagte, nur weil man einem gesagt hatte das die Tasche, die sie in den Händen hielten, der alten Dame gehörte die neben ihnen stand und nichts bemerkte. Die Leute hier waren ganz anders als in Lichtenwald. In diesem freundlichen kleinen Dorf wäre ich jetzt gerne wieder, doch Mutter musste ja Geld verdienen gehen und so sind wir in die Stadt gegangen. Nun was könnte ich jetzt wohl machen, das war schon ein komischer Tag gewesen. So spazierte ich durch die Straßen und versuchte mir ein wenig Brot zu erbetteln. Dafür, dass die Leute einen ansahen brauchte es schon viel Aufwand, aber das Ergattern eines Brotstücks war schon fast unmöglich.

Als ich endlich ein paar Brotkanten und Stücke bekommen hatte lief ich weiter und versuchte es woanders. Ich musste doch genug mit nach Hause mitbringen, damit Mutter was zu essen hat wenn sie von der Arbeit kommt. Sie ist dann immer ganz erschöpft und schlingt mühsam runter was ich ihr erbettelt hatte. Hoffentlich geht das nicht immer so weiter, daran möchte ich noch gar nicht denken. Weil Mama dann vielleicht auch sterben würde, bei der schrecklichen Arbeit.

Jetzt ist schon bald Abend und ich muss mich schleunigst auf den Heimweg machen. Dabei achte ich darauf, dass mir die Halunken nicht wieder über den Weg laufen.

Endlich entdeckte ich das Haus in dem wir untergebracht waren. Es ist nicht gerade schön in ihm, aber eine Bleibe brauchten wir ja schließlich. Im Haus wohnen noch einige andere Leute und so fühlt man sich mehr eingepfercht als wohl. Ein übelriechender Geruch fährt mir in die Nase und ich bemerke, dass ich in einen Unrat Haufen getappt bin. „Oh nein, was wird Mutter bloß davon halten wenn ich so nach Hause komme!“, dacht ich ärgerlich. Hoffentlich wird sie mich nicht hauen, weil sie meine Schuhe erst vor kurzem frisch hergerichtet hatte. Auch wenn das eigentlich egal ist, denn in den meisten Straßen liegt sowieso Unrat herum. Es scheint mir als sei es Mutter aber besonders wichtig, dass ich nicht ganz so schmutzig herumlaufe wie die anderen im Armenviertel. Sie denkt eben immer an ihre eigene Jugend und wie schön sie dann immer hergerichtet war. Damals war sie in Vornehmer Gesellschaft, weil meine Großeltern, jedenfalls die von meiner Mutter reiche Kaufleute waren. Die Großeltern verkauften sogar ganz teure Teppiche die irgendwelche Adligen kauften.

Doch dann sind sie beide bald nacheinander gestorben und meine Eltern konnten den Laden nicht weiterführen, da sie nicht wussten wie die Großeltern die Waren beschafften. So kamen nur ein paar wenige Waren aus der näheren Umgebung und der Laden ging Bankrott. Daher hatten sie nur noch das übrige Geld der Großeltern und dies war auch schnell verbraucht. Deshalb und wegen dem Krieg der nahte zogen wir in die Stadt.

Wir erhofften uns viel davon, doch die Arbeit die es für meine Eltern gab wurde schlecht bezahlt. Aber was blieb uns schon anderes übrig. Also nahmen sie Fabrikarbeiten an und bald danach musste Vater schon mit Gewehr und Helm in den Krieg ziehen. Weil der Soldaten – Bestand in der Gegend zu niedrig war um gegen den Feind zu kämpfen. Schlimm war der Abschied und die Befürchtungen meiner Mutter sind wohl eingetroffen.

Seiten: 1 – 4 | Kapitel 1


[English Version]

It was a cold evening and snow fell down from the sky, winter had begun. I only had a long jacket and a shabby old cap.

If only my father would still be here, he could help me right now. He would knoch those two ruffians out and bring them to the judge. But a soldier came to us and said, that he had fallen in battle. If I could only accept it, but it is just impossible and I believe, that he is still alive. But then where on earth was he!? This stupid war and mom had to work in one of these stinky and rubbish producing factories. Who is there, to ask for help? The two villains got closer, but then I discovered a small back alley and dashed inside it. It was dark and smelly and suddenly, like out of nowhere, a wall appeared. Shit, I really didn’t need that right now, a dead-end.

In front of the wall there were some boxes and cartons piled up and I thought I could climb on them and get on the wall. So I did it and was able to escape the two scoundrels by a hair’s breadth. Of course I knocked over the boxes so that they would not follow me. So now I could escape over the flat roof of a tool shed behind the wall. The two evil creatures stopped on the other side of the wall and shouted angrily at me.

With one leap I jumped off the roof of the shed and landed gently on the ground. I quickly ran on, because it could be they are still following me. After a while I turned around again, but I saw no one.

So I had managed to escape them. But that they chased you halfway across the city, just because you told them that the bag they were holding in their hands belonged to the old lady, standing next to them, who didn’t notice anything. The people here were very different than in Lichtenwald. In this friendly little village I would like to be back now, but mother had to go and earn money and so we went to the city. Now what could I do now, that had been a strange day. So I walked through the streets and tried to beg for some bread. It took a lot of effort to make people look at you, but it was almost impossible to get hold of a piece of bread.

When I finally got some bread edges and pieces, I ran on and tried somewhere else. I had to bring enough home so that mother would have something to eat when she came home from work. She is always exhausted then and gobbles down what I had begged for her. Hopefully this does not always go on like this, I do not want to think about that yet. Because then mom would perhaps die too, with all the terrible work.

Now it is evening soon and I have to hurry home. I take care that the rascals don’t cross my path again.

Finally I discovered the house we were staying in. It is not exactly beautiful in it, but we needed a place to stay after all. There are some other people living in the house and so you feel more crammed in than comfortable. A foul-smelling smell gets into my nose and I notice that I have walked into a heap of filth. “Oh no, what will mother think of me coming home like this,” I thought upset. Hopefully she won’t hit me because she had only recently prepared my shoes. Even if it doesn’t really matter, because in most streets there is mud lying around anyway. But it seems to me that it is especially important to mother that I don’t walk around as dirty as the others in the poor district. She always thinks about her own youth and how beautiful she was when she was young. At that time, she was in distinguished company, because my grandparents, at least my mother’s parents, had been rich merchants. My grandparents even sold very expensive carpets that were bought by some nobility.

But then they both died soon after each other and my parents couldn’t continue the store because they didn’t know how the grandparents procured the goods. So only a few goods came from the surrounding area and the store went bankrupt. So they only had the rest of their grandparents’ money and this was quickly used up. Because of this and because of the war that was approaching, we moved to the city.

We hoped for a lot from it, but the work that was available for my parents was poorly paid. But what else could we do? So they took up factory work, and soon after that father had to go to war with rifle and helmet. Because the number of soldiers in the area was too low to fight the enemy. The goodbye was painful, and my mother’s fears must have come true.

Pages: 1 – 4 | Chapter 1


Comment:

Before you now think that this story is based on my personal life, in case you haven’t read my actual life stories, then I must clearly say no.

Because most of the story elements are pure fiction and I placed the story in a time of industrialization (19th – 20th century). Or at least at first I did that. Later on it might change, since the lines between space and time will fade a little.

But I definitely used my feelings and some aspects of my actual life to write this story. Since I tried to process things which had happened to me and around me. Although in reality my life was way different and my mother didn’t do the things Anton’s mother does. Nor is my father his father. So you see, it is a mixture of a hope I had and the bitter way of life, which made me write some of the things. And I also tried to reflect the setting and how my family could have been, if things would have been different and in another time.

So yeah, it is complicated… indeed.

And no, luckily we didn’t have to beg for money. But me and my mother in real life also didn’t have much, compared to most people around us.


And don’t forget, soldiers are also just people.


And yes, the story is poorly written as many of the things I write and I hope the translation is okay. Oh and I know that the number of pages is always pretty high, given that there isn’t much content. But I usually use a big font or intended to write for small books. Just in case you were wondering, as if anyone is wondering about anything here anymore…



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